9. Belastungs-EKG
Das 12-Kanal-Belastungs-EKG ist ein Instrument, um Durchblutungsstörungen unter Belastung zu erkennen und die kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit sowie das Blutdruck- und Pulsverhalten zu beurteilen. Bei Patienten mit Herzinsuffizienz liefert das Belastungs-EKG oft nur eingeschränkte Informationen. Aufgrund der eventuell reduzierten körperlichen Belastbarkeit und häufig begleitender orthopädischer Einschränkungen ist eine aussagekräftige Belastung oft nicht möglich. Zudem können Medikamente, die zur Behandlung der Herzinsuffizienz eingesetzt werden, die Herzfrequenz und das Blutdruckverhalten verändern und damit die Interpretation der Ergebnisse erschweren. Aus diesen Gründen wird das Belastungs-EKG bei Herzinsuffizienz nicht als alleiniges diagnostisches Mittel empfohlen. Stattdessen sollte es Teil einer umfassenden kardiologischen Diagnostik sein, die bildgebende Verfahren und Laboruntersuchungen einschließt. Nur so lassen sich diagnostische Lücken schließen und eine individuelle Therapieplanung ermöglichen. Insgesamt bleibt das Belastungs-EKG ein wichtiges Werkzeug, dessen Aussagekraft jedoch in speziellen Patientengruppen wie der Herzinsuffizienz kritisch bewertet werden muss.